{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2026,10,18]],"date-time":"2026-10-18T05:29:39Z","timestamp":1792301379249,"version":"4.4.0"},"reference-count":0,"publisher":"Hogrefe Publishing Group","issue":"12","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Therapeutische Umschau"],"published-print":{"date-parts":[[2014,12,1]]},"abstract":"<jats:p> Das H\u00e4morrhoidalleiden ist eine h\u00e4ufige Krankheit an der bis zu einem Drittel der Bev\u00f6lkerung leidet. Handelt es sich nicht um eine Notfallsituation mit akutem H\u00e4morrhoidalprolaps oder Thrombose, so sollte wegen der minimalen Morbidit\u00e4t prim\u00e4r konservativ behandelt werden. Eine Stuhlregulation mit faserreicher Ern\u00e4hrung und\/oder Quellmitteln ist dabei der erste Behandlungspfeiler, wird aber auch perioperativ empfohlen und dient der Langzeitprophylaxe. Gegebenenfalls kann zus\u00e4tzlich vor\u00fcbergehend mit Salben oder Suppositorien und\/oder Flavonoiden behandelt werden. Die meisten Patienten werden dadurch beschwerdefrei, so dass von einem interventionellen oder invasiven Eingriff abgesehen werden kann. Erst bei persistierenden Symptomen kommen, bei Grad I\u2013II H\u00e4morrhoiden zun\u00e4chst interventionelle, und bei h\u00f6hergradigen bzw. therapierefrakt\u00e4ren H\u00e4morrhoiden, operative Therapien zum Einsatz. Interventionell konnte sich die Gummibandligatur als Therapie der Wahl etablieren. Ein vergleichbarer Effekt der Sklerosierungs- und Infrarottherapie wurde bisher nicht gezeigt. Wir k\u00f6nnen die Methoden daher nicht empfehlen. Die Selbstbehandlung mit analer Bougierung zeigt insbesondere bei Vorliegen eines erh\u00f6hten Sphinkterdruckes Erfolge und kann, relativ risikolos versucht werden. Gewisse chirurgische Verfahren wie die anale Dilatation, die Sphinkterotomie, die Kryochirurgie, die bipolare Diathermie, die galvanische Elektrotherapie und die Hitzebehandlung k\u00f6nnen aufgrund schlechter Resultate oder fehlender Daten nicht mehr empfohlen und m\u00fcssen als obsolet betrachtet werden. Lange Zeit galt die klassische H\u00e4morrhoidektomie bei der Behandlung des h\u00f6hergradigen H\u00e4morrhoidalleidens als operativer Goldstandard. Dabei ist die geschlossene Variante nach Ferguson bez\u00fcglich postoperativen Schmerzen und Wundheilung der offenen Variante nach Milligan-Morgan eher \u00fcberlegen. Die in j\u00fcngerer Zeit vorgeschlagene, alternative Technik der Stapler-Hemorrhoidopexie nach Longo hat sich, insbesondere bei zirkul\u00e4ren Befunden, durchsetzen k\u00f6nnen. Die Longo-Operation ist der klassischen Methode in punkto postoperativer Schmerzen, Wiedererlangen der Arbeitsf\u00e4higkeit, Hospitalisationsdauer und Operationszeit \u00fcberlegen, zeigt aber mehr Rezidive. Daten zur H\u00e4morrhoiden-Arterien-Ligatur (HAL), allenfalls in Kombination mit rekto-analem-repair (HAL\/RAR) zeigen einen \u00e4hnlichen Trend: bessere Vertr\u00e4glichkeit, mehr Rezidive. Diese \u201eneueren\u201c Verfahren eignen sich auch f\u00fcr die Behandlung von h\u00f6hergradigen H\u00e4morrhoiden (Grad III und IV nach Parks) und k\u00f6nnen im Falle der Stapler-H\u00e4morrhoidopexie auch bei Notfallsituationen wie dem akuten H\u00e4morrhoidalprolaps erfolgreich zur Anwendung kommen. Unter bestimmten Bedingungen k\u00f6nnen gewisse Methoden \u00e4quivalent eingesetzt werden, w\u00e4hrend f\u00fcr andere Situationen klare Spezifit\u00e4ten bez\u00fcglich Anwendung der einzelnen Behandlungen bestehen. Diese Vor- und Nachteile sollen dem Patienten dargelegt werden, so dass ein auf seine Bed\u00fcrfnisse zugeschnittener Behandlungsplan entwickelt werden kann. <\/jats:p>","DOI":"10.1024\/0040-5930\/a000620","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2014,12,2]],"date-time":"2014-12-02T03:08:05Z","timestamp":1417489685000},"page":"737-751","source":"Crossref","is-referenced-by-count":5,"title":["N\u00f6tige und unn\u00f6tige Behandlungen beim H\u00e4morrhoidalleiden: Der Patient bestimmt mit"],"prefix":"10.1024","volume":"71","author":[{"given":"Joel","family":"Zindel","sequence":"first","affiliation":[{"name":"Klinik f\u00fcr Viszerale Chirurgie und Medizin, Inselspital, Bern Universit\u00e4tsspital, Universit\u00e4t Bern"}],"role":[{"vocabulary":"crossref","role":"author"}]},{"given":"Roman","family":"Inglin","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Klinik f\u00fcr Viszerale Chirurgie und Medizin, Inselspital, Bern Universit\u00e4tsspital, Universit\u00e4t Bern"}],"role":[{"vocabulary":"crossref","role":"author"}]},{"given":"Lukas","family":"Br\u00fcgger","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Klinik f\u00fcr Viszerale Chirurgie und Medizin, Inselspital, Bern Universit\u00e4tsspital, Universit\u00e4t Bern"}],"role":[{"vocabulary":"crossref","role":"author"}]}],"member":"101","container-title":["Therapeutische Umschau"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/pdf\/10.1024\/0040-5930\/a000620","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2021,3,17]],"date-time":"2021-03-17T07:46:23Z","timestamp":1615967183000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/10.1024\/0040-5930\/a000620"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[2014,12,1]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"12","published-print":{"date-parts":[[2014,12,1]]}},"alternative-id":["10.1024\/0040-5930\/a000620"],"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1024\/0040-5930\/a000620","relation":{},"ISSN":["0040-5930","1664-2864"],"issn-type":[{"value":"0040-5930","type":"print"},{"value":"1664-2864","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[2014,12,1]]}}}