{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2024,7,27]],"date-time":"2024-07-27T08:32:23Z","timestamp":1722069143649},"reference-count":0,"publisher":"Hogrefe Publishing Group","issue":"4","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Therapeutische Umschau"],"published-print":{"date-parts":[[2015,4,1]]},"abstract":"<jats:p> Vor der Diagnoseer\u00f6ffnung geht sowohl f\u00fcr die Demenzerkrankten, wie aber auch f\u00fcr ihre Angeh\u00f6rigen eine lange Zeit der Unsicherheit, der Verunsicherung, der Angst, der Zweifel, aber auch von Konflikten voraus. Der Beginn einer neurodegnerativen Erkrankung ist immer mit sehr vielen offenen Fragen verbunden. Wenn j\u00fcngere Patienten noch im Berufsleben stehen, l\u00f6st bereits das Stadium des Mild Cognitive Impairment Fehlleistungen, Burnout, Mobbing, Depression und Krankschreibung aus. In der Partnerschaft entstehen Konflikte und Schuldzuweisungen. Es ist viel zu wenig bekannt, dass meist diese Probleme auf Beziehungsebene belastender sind als die typischen Defizite, die auf die Demenzerkrankung zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Es besteht leider immer noch die Meinung, dass sich eine Abkl\u00e4rung und Diagnosestellung nur bei Krankheiten lohnt, die auch behandelbar sind. Ziel jeder evidenzbasierten Medizin sollte es aber sein, den Patienten und ihren Angeh\u00f6rigen eine m\u00f6glichst gute Lebensqualit\u00e4t zu geben. Und diese Forderung ist besonders bez\u00fcglich Demenzdiagnose zu stellen. Ein offenes Diagnoseer\u00f6ffnungsgespr\u00e4ch erm\u00f6glicht es den Patienten und ihren Angeh\u00f6rigen, sich mit der Situation auseinander zu setzen, miteinander L\u00f6sungsstrategien zu suchen in der herausfordernden Situation einer Demenzerkrankung, die immer das ganze famili\u00e4re und soziale System betrifft. Der Patient hat das Recht auf Information \u00fcber seine Diagnose, das gilt auch f\u00fcr die Demenzerkrankten. Das Diagnosegespr\u00e4ch erfordert Zeit und h\u00f6chste Professionalit\u00e4t, das Wissen um die individuellen Defizite und Ressourcen, die soziale Situation und die Biographie und Pers\u00f6nlichkeit der Patienten, aber auch ihrer Angeh\u00f6rigen. Das Diagnosegespr\u00e4ch l\u00f6st viele Emotionen aus, es ist wichtig auf diese einzugehen und diese auch aufzunehmen. Prim\u00e4r sollte mit dem Patienten gesprochen werden, aber m\u00f6glichst im Beisein der Angeh\u00f6rigen, wichtig dabei ist die Wertsch\u00e4tzung des Demenzerkrankten auch bei Anosognosie. Den Angeh\u00f6rigen sollten nicht Ratschl\u00e4ge gegeben werden, sondern es sollte in einem therapeutischen Gespr\u00e4ch auf ihre Gef\u00fchle des permanenten Abschiednehmens der geliebten Person eingegangen werden, auf ihre Trauer und Wut. Erst dann wird die Grundlage gelegt, damit gemeinsam im Sinne eines verhaltenstherapeutisch-systemischen Settings L\u00f6sungsstrategien gefunden werden k\u00f6nnen. Begleitung von Demenzerkrankten und ihren Angeh\u00f6rigen bedeutet somit nicht nur Case-Management und Beratung, wobei auch dies von gro\u00dfer Wichtigkeit ist, sondern sich Einlassen auf die ver\u00e4nderte Beziehung und Situation. Dann kann Resilienz entstehen, welche Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass die langdauernde Krankheit, die mit einem permanenten Abschiednehmen verbunden ist, gemeistert werden kann. <\/jats:p>","DOI":"10.1024\/0040-5930\/a000669","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2015,3,20]],"date-time":"2015-03-20T16:59:16Z","timestamp":1426870756000},"page":"225-231","source":"Crossref","is-referenced-by-count":1,"title":["Diagnoseer\u00f6ffnung und Begleitung"],"prefix":"10.1024","volume":"72","author":[{"given":"Irene","family":"Bopp-Kistler","sequence":"first","affiliation":[{"name":"Klinik f\u00fcr Akutgeriatrie, Memory-Klinik, Stadtspital Waid, Z\u00fcrich"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]}],"member":"101","container-title":["Therapeutische Umschau"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/pdf\/10.1024\/0040-5930\/a000669","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2021,3,17]],"date-time":"2021-03-17T07:40:49Z","timestamp":1615966849000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/10.1024\/0040-5930\/a000669"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[2015,4,1]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"4","published-print":{"date-parts":[[2015,4,1]]}},"alternative-id":["10.1024\/0040-5930\/a000669"],"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1024\/0040-5930\/a000669","relation":{},"ISSN":["0040-5930","1664-2864"],"issn-type":[{"value":"0040-5930","type":"print"},{"value":"1664-2864","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[2015,4,1]]}}}