{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2022,11,1]],"date-time":"2022-11-01T04:29:21Z","timestamp":1667276961704},"reference-count":0,"publisher":"Hogrefe Publishing Group","issue":"5","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Therapeutische Umschau"],"published-print":{"date-parts":[[2018,12]]},"abstract":"<jats:p> Zusammenfassung. Chronisch entz\u00fcndliche Darmerkrankungen (CED) sind durch eine inad\u00e4quate Immunantwort gegen Darmbakterien bedingt. Das Risiko f\u00fcr CED ist teilweise erblich und 12 % aller Patienten haben eine Familienanamnese mit CED. In grossen Genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) konnten zuletzt 240 mit CED assoziierte genetische Regionen gefunden werden. Viele dieser Gene haben eine Funktion im Immunsystem oder sind mit prim\u00e4ren Immundefizienzen oder der Mykobakterienabwehr assoziiert. Die 240 gefundenen genetischen Regionen sind insgesamt ein hervorragender Arbeitsplan f\u00fcr weitere Forschungen bez\u00fcglich Pathogenesemechanismen und Therapien bei CED. GWAS konnten jedoch bis jetzt nur einen Teil des genetischen CED-Risikos aufkl\u00e4ren. Neue Strategien wie genomweites Sequenzieren werden deshalb angewandt, um weitere (seltene) genetische Varianten zu identifizieren. Zudem wird bei wenigen Patienten CED als monogenetische Erkrankung vererbt. Hinzu kommt, dass genetische Aspekte relevant mit Umweltfaktoren interagieren k\u00f6nnen und dann nur entdeckt werden, wenn in Studien die Umwelt ebenfalls ber\u00fccksichtigt wird. Interessanterweise k\u00f6nnen die bis jetzt gefundenen genetischen Varianten auch in Kombination den Krankheitsverlauf nicht voraussagen. Neue GWAS haben deshalb auf die Prognose der CED fokussiert und erste neue Erkenntnisse gebracht, es besteht jedoch weiterer Forschungsbedarf. Der Gastrointestinaltrakt beherbergt eine grosse Zahl an Mikroorganismen (Mikrobiota) und es ist eine grosse Herausforderung f\u00fcr das Immunsystem, diese unter Kontrolle zu behalten und trotzdem von den vielf\u00e4ltigen essentiellen Aktivit\u00e4ten der Mikrobiota zu profitieren. Bei CED findet sich eine ver\u00e4nderte, dysfunktionale (dysbiotische) Mikrobiota mit verminderter Diversit\u00e4t und einer vermehrten Zahl potentiell pathogener Proteobacteriae, wie z. B. Escherichia coli. Die Mikrobiota ist bei CED in ihrer Zusammensetzung dynamischer (zeitlich variabler) als im gesunden Zustand und Dysbiose ist bei Morbus Crohn st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als bei Colitis ulcerosa. In Tierexperimenten konnte eine dysbiotische Mikrobiota durch intestinale Mikrobiotatransplantation (Stuhltransplantation) auf ein anderes Tier \u00fcbertragen werden und damit eine Darmentz\u00fcndung ausgel\u00f6st werden. Eine intakte Mikrobiota f\u00fchrt hingegen zu vermehrter bakterieller Produktion von kurzkettigen Fetts\u00e4uren (Short Chain Fatty Acids, SCFA), die das Immunsystem im Darm herunterregulieren k\u00f6nnen. Ausserdem weisen einige Bakterien immunsupprimierende Eigenschaften auf. Die ausserordentlich komplexe Mikrobiota und das Netzwerk aus Genetik, Immunsystem, Umwelt und Mikrobiota ist jedoch erst teilweise verstanden. Die Mikrobiota ist ein potentieller therapeutischer Angriffspunkt, der momentan mit Antibiotika, Probiotika, Pr\u00e4biotika und Stuhltransplantation nur unspezifisch beeinflusst werden kann. Spezifische Interventionsm\u00f6glichkeiten k\u00f6nnten hier neue therapeutische Optionen er\u00f6ffnen. <\/jats:p>","DOI":"10.1024\/0040-5930\/a000999","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2019,1,31]],"date-time":"2019-01-31T08:49:19Z","timestamp":1548924559000},"page":"273-279","source":"Crossref","is-referenced-by-count":1,"title":["Einblicke in die Pathogenese der chronisch entz\u00fcndlichen                Darmerkrankungen: Genetik und Mikrobiota"],"prefix":"10.1024","volume":"75","author":[{"given":"Dmitrij","family":"Marchukov","sequence":"first","affiliation":[{"name":"Klinik f\u00fcr Gastroenterologie und Hepatologie,                Universit\u00e4tsSpital Z\u00fcrich"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"given":"Benjamin","family":"Misselwitz","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Klinik f\u00fcr Gastroenterologie und Hepatologie,                Universit\u00e4tsSpital Z\u00fcrich"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]}],"member":"101","container-title":["Therapeutische Umschau"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/pdf\/10.1024\/0040-5930\/a000999","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2021,3,16]],"date-time":"2021-03-16T23:04:42Z","timestamp":1615935882000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/10.1024\/0040-5930\/a000999"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[2018,12]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"5","published-print":{"date-parts":[[2018,12]]}},"alternative-id":["10.1024\/0040-5930\/a000999"],"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1024\/0040-5930\/a000999","relation":{},"ISSN":["0040-5930","1664-2864"],"issn-type":[{"value":"0040-5930","type":"print"},{"value":"1664-2864","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[2018,12]]}}}