{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2025,4,22]],"date-time":"2025-04-22T14:44:30Z","timestamp":1745333070050},"reference-count":0,"publisher":"Hogrefe Publishing Group","issue":"10","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Therapeutische Umschau"],"published-print":{"date-parts":[[1999,10,1]]},"abstract":"<jats:p> Die Hypertonie in der Schwangerschaft ist definiert als ein Blutdruck von systolisch &gt;= 140 mm Hg und diastolisch &gt;= 90 mm Hg oder als Blutdruckanstieg von systolisch &gt;= 30 mm Hg und diastolisch &gt;= 15 mm Hg gegen\u00fcber dem Ausgangswert. Hypertone Blutdruckwerte finden sich in 5\u201310% aller Schwangerschaften. F\u00fcr den klinischen Gebrauch hat sich eine Klassierung der hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen bew\u00e4hrt, die zwischen chronischer Hypertonie, Pr\u00e4eklampsie, Pfropf-Pr\u00e4eklampsie und transienter Hypertonie unterscheidet. Die chronische bzw. vorbestehende Hypertonie ist definiert durch erh\u00f6hte Blutdruckwerte in der ersten Schwangerschaftsh\u00e4lfte und hat in der Mehrzahl der F\u00e4lle f\u00fcr den Ausgang der Schwangerschaft keine schwerwiegenden Konsequenzen. Als Pr\u00e4eklampsie wird die Verbindung einer Hypertonie mit einer Proteinurie bezeichnet, die nach der 20. Schwangerschaftswoche (SSW) auftritt. Dieser Begriff hat die alte Bezeichnung EPH-Gestose weitgehend abgel\u00f6st. Tritt zu einer chronischen Hypertonie eine Proteinurie hinzu, spricht man von einer Pfropf-Pr\u00e4eklampsie. Die Pr\u00e4eklampsie und die Pfropf-Pr\u00e4eklampsie sind schwangerschafts-induzierte Multiorganerkrankungen, die in vielen L\u00e4ndern an erster Stelle der m\u00fctterlichen Todesursachen stehen und f\u00fcr 20\u201325% der perinatalen Mortalit\u00e4t verantwortlich sind. Die transiente Hypertonie wiederum ist eine gutartige Erkrankung, die sich erstmals w\u00e4hrend der Schwangerschaft manifestiert und hinter der sich meist eine latente essentielle Hypertonie verbirgt, die durch die Schwangerschaft demaskiert wird. W\u00e4hrend eine schwere chronische Hypertonie in der Schwangerschaft zur Verh\u00fctung von m\u00fctterlichen Organsch\u00e4den behandelt werden mu\u00df, soll eine leichte chronische Hypertonie zur\u00fcckhaltend oder gar nicht behandelt werden, da das Risiko f\u00fcr die Entwicklung einer Pfropf-Pr\u00e4eklampsie und der Schwangerschaftsausgang durch eine antihypertensive Therapie nicht beeinflu\u00dft werden k\u00f6nnen. Die Pr\u00e4eklampsie, deren Inzidenz bei Nulliparae 3\u20135% und bei Multiparae etwa 0.5% betr\u00e4gt, ist eine unberechenbare Krankheit, deren \u00c4tiologie nach wie vor unbekannt ist. Eine schwere Pr\u00e4eklampsie soll unabh\u00e4ngig vom Gestationsalter nach Stabilisierung der Mutter rasch beendet werden. Vor der 32. (\u201334) SSW kann bei stabilem Zustand von Mutter und Kind eine Lungenreifebehandlung mit Glukokortikoiden durchgef\u00fchrt und die Entbindung um 24\u201348 Stunden hinausgez\u00f6gert werden. Nicht zu empfehlen, weil noch zu wenig gepr\u00fcft, ist ein l\u00e4ngerdauerndes konservatives Management der schweren Pr\u00e4eklampsie. Dies gilt in noch ausgepr\u00e4gterem Ma\u00dfe f\u00fcr das HELLP-Syndrom (haemolysis, elevated liver enzymes, low platelets), das eine besonders schwere Verlaufsform der Pr\u00e4eklampsie darstellt. Die gef\u00e4hrlichste Komplikation der Pr\u00e4eklampsie ist die Eklampsie, definiert durch generalisierte tonisch-klonische Kr\u00e4mpfe, die vor, w\u00e4hrend oder nach der Geburt auftreten k\u00f6nnen. Als wirksamste Prophylaxe von eklamptischen Anf\u00e4llen hat sich die intraven\u00f6se Therapie mit Magnesiumsulfat erwiesen. Frauen, die eine Pr\u00e4eklampsie, eine Eklampsie oder ein HELLP-Syndrom durchgemacht haben, sollen 3\u20136 Monate nach der Geburt nachuntersucht wer-den. In bis zu 50% aller Patientinnen, insbesondere bei Multiparae und nach schweren und fr\u00fch aufgetretenen Pr\u00e4eklampsieformen, werden vorbestehende Krankheiten gefunden, am h\u00e4ufigsten eine essentielle Hypertonie, Nephropathien, endokrine Krankheiten, Anomalien der Blutgerinnung oder ein Antiphospholipid-Syndrom. Zur Zeit gibt es keine generell wirksame Prophylaxe der Pr\u00e4eklampsie. Die Behandlung von Risikopatientinnen mit low-dose Aspirin, z.B. nach vorausgegangener schwerer Pr\u00e4eklampsie, bei schwerer chronischer Hypertonie, bei Nephropathien und bei einem Antiphospholipid-Syndrom, kann empfohlen werden. Die Prophylaxe mit niedermolekularem low-dose Heparin, die in retrospektiven Analysen bei Risikopatientinnen eine markante Senkung der Pr\u00e4eklampsieinzidenz bewirkt hat, wird gegenw\u00e4rtig in einer prospektiven Studie untersucht. <\/jats:p>","DOI":"10.1024\/0040-5930.56.10.561","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2006,1,31]],"date-time":"2006-01-31T12:20:11Z","timestamp":1138710011000},"page":"561-571","source":"Crossref","is-referenced-by-count":4,"title":["Hypertensive disorders in pregnancy"],"prefix":"10.1024","volume":"56","author":[{"family":"D\u00fcrig","sequence":"first","affiliation":[{"name":"Universit\u00e4ts-Frauenklinik, Inselspital Bern"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"family":"Ferrier","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Universit\u00e4ts-Frauenklinik, Inselspital Bern"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"family":"Schneider","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Universit\u00e4ts-Frauenklinik, Inselspital Bern"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]}],"member":"101","container-title":["Therapeutische Umschau"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/pdf\/10.1024\/0040-5930.56.10.561","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2022,5,8]],"date-time":"2022-05-08T10:48:05Z","timestamp":1652006885000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/10.1024\/0040-5930.56.10.561"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[1999,10,1]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"10","published-print":{"date-parts":[[1999,10,1]]}},"alternative-id":["10.1024\/0040-5930.56.10.561"],"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1024\/0040-5930.56.10.561","relation":{},"ISSN":["0040-5930","1664-2864"],"issn-type":[{"value":"0040-5930","type":"print"},{"value":"1664-2864","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[1999,10,1]]}}}