{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2025,11,7]],"date-time":"2025-11-07T08:45:16Z","timestamp":1762505116200},"reference-count":0,"publisher":"Hogrefe Publishing Group","issue":"5","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Therapeutische Umschau"],"published-print":{"date-parts":[[2000,5,1]]},"abstract":"<jats:p> Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz weisen ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr ventrikul\u00e4re und supraventrikul\u00e4re Arrhythmien, insbesondere Vorhofflimmern, auf, die ihrerseits zu einer erh\u00f6hten Morbidit\u00e4t und Mortalit\u00e4t in dieser Patientengruppe beitragen. Die Frage des Therapieziels bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern (Konversion in Sinusrhythmus oder Frequenzkontrolle und Antikoagulation) ist bislang noch nicht abschlie\u00dfend beantwortet. Die therapeutische Entscheidung sollte daher auf der Basis des jeweiligen individuellen klinischen Nutzens getroffen werden: Bei intermittierendem Vorhofflimmern mit klinischer Symptomatik ist der Konversion und der Rezidivprophylaxe der Vorzug zu geben. Insbesondere auch aufgrund von Hinweisen darauf, dass diese Therapieoption nicht nur eine Verbesserung der Herzleistung erm\u00f6glicht, sondern auch eine Lebensverl\u00e4ngerung mit sich bringen kann. Diese positiven Effekte beruhen auf einer antiarrhythmischen Therapie mit Amiodaron, der grunds\u00e4tzlich bei Patienten mit Herzinsuffizienz der Vorzug gegeben werden sollte, da dieser Substanz, bei guter antiarrhythmischer Effektivit\u00e4t in dieser Patientengruppe, im Gegensatz zu vielen anderen Antiarrhythmika (insbesondere Klasse I) keine wesentlich negativ inotropen Eigenschaften und insbesondere keine Erh\u00f6hung der Mortalit\u00e4t nachgewiesen werden konnte. Dofetilide kommt als Alternative bei selektierten Patienten und kontinuierlicher \u00dcberwachung in den ersten Tagen der Behandlung in Frage. Bei Patienten mit chronischem Vorhofflimmern steht die Frequenzkontrolle im Vordergrund der Behandlung und kann, unter Ber\u00fccksichtigung des Nebenwirkungsprofils vorzugsweise mit Amiodaron, gegebenenfalls auch in Kombination mit einem vertr\u00e4glich dosierten Betarezeptorenblocker, vorgenommen werden. Bei pharmakologischem Therapieversagen kommt alternativ die His-B\u00fcndel-Ablation mit konsekutiver Implantation eines frequenzadaptiven Herzschrittmachersystems in Frage, eine Therapieoption, die durch die in Zukunft zu erwartende Einf\u00fchrung der biventrikul\u00e4ren Stimulation zur Verbesserung der linksventrikul\u00e4ren Funktion bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz zunehmend an klinischer Bedeutung gewinnen k\u00f6nnte. Mit eine der wichtigsten Herausforderungen der Kardiologie ist jedoch die Risikostratifikation und Behandlung von Patienten, die aufgrund lebensbedrohlicher ventrikul\u00e4rer Arrhythmien vom pl\u00f6tzlichen Herztod bedroht sind. Aufgrund der insgesamt therapeutisch eher ung\u00fcnstigen Ergebnisse von Studien mit Antiarrhythmika der Klasse I und III beschr\u00e4nkt sich die pharmakologische Behandlung ventrikul\u00e4rer Arrhythmien auf Patienten mit symptomatischen, ventrikul\u00e4ren Ektopien, gelegentlich kurzen asymptomatischen ventrikul\u00e4ren Salven und solchen mit Vorhofflimmern. Bevorzugtes Antiarrhythmikum f\u00fcr diese Patienten stellt unter Abw\u00e4gung des klinischen Nutzens und des potentiellen Nebenwirkungsspektrums das Klasse III-Antiarrhythmikum Amiodaron dar. Die gegenw\u00e4rtige Datenlage rechtfertigt dagegen keinen systematischen Einsatz von Amiodaron bei Patienten mit Herzinsuffizienz, gleich welcher Ursache, und erh\u00f6htem Risiko f\u00fcr lebensbedrohliche Arrhythmien (z.B. \u00fcberlebter pl\u00f6tzlicher Herztod, anhaltende Kammertachykardien, nicht-anhaltende ventrikul\u00e4re Tachykardien und Synkopen). Bei diesen Patienten hat sich vielmehr der implantierbare Defibrillator (ICD) bei der Reduktion des Mortalit\u00e4tsrisikos nachweislich als jeder anderen antiarrhythmischen Therapieform \u00fcberlegen erwiesen (sekund\u00e4re Pr\u00e4vention). Entsprechend der ersten verf\u00fcgbaren Untersuchung zur Prim\u00e4rpr\u00e4vention (MADIT, MUSTT) scheint der ICD jedoch auch bei asymptomatischen Risikopatienten einen positiven, lebensverl\u00e4ngernden Effekt aufzuweisen. Zur endg\u00fcltigen Beurteilung des diesbez\u00fcglichen, klinischen Nutzens sollten jedoch die Ergebnisse derzeit durchgef\u00fchrter Studien (z.B. MADIT III, SCD-HeFT) abgewartet werden, da die bisherigen Ergebnisse auf einem hochselektierten und bez\u00fcglich der Herzinsuffizienz gemischten Patientenkollektiv beruhen. Betarezeptorenblocker k\u00f6nnen aufgrund ihrer antiarrhythmischen Eigenschaften durch Hemmung des proarrhythmischen sympathischen Nervensystems, auch unter dem Aspekt ihrer positiven Wirkung auf die Symptome der Herzinsuffizienz, grunds\u00e4tzlich als Basismedikation angesehen werden. Ebenso hat sich die Kombination von Amiodaron und einem Betarezeptorenblocker als bez\u00fcglich der Reduktion arrhythmischer Komplikationen als vorteilhaft erwiesen. In erster Linie kommen die Substanzen Metoprolol (beta 1-selektiv), Bisoprolol und Carvedilol (beta 1, beta 2, alpha-selektiv; Zulassung durch FDA mit der Indikation Herzinsuffizienz) in Frage. Vor dem Hintergrund der multifaktoriellen Genese pl\u00f6tzlicher Todesf\u00e4lle bei Patienten mit Herzinsuffizienz m\u00fcssen f\u00fcr den Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz individuelle auf das jeweilige Risiko abgestimmte Therapiekonzepte erstellt werden, die sowohl antiarrhythmische (ICD, Amiodaron, Betarezeptorenblocker), als auch bez\u00fcglich der Herz-insuffizienz kausale (z.B. antiisch\u00e4misch, antihypertensiv), symptomatische (z.B. Nitrate, Diuretika) und prognostische (ACE-Hemmer, Spironolacton [60]) Therapieverfahren ber\u00fccksichtigen. <\/jats:p>","DOI":"10.1024\/0040-5930.57.5.324","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2006,1,31]],"date-time":"2006-01-31T12:20:53Z","timestamp":1138710053000},"page":"324-332","source":"Crossref","is-referenced-by-count":3,"title":["Antiarrhythmic therapy in patients with congestive heart failure"],"prefix":"10.1024","volume":"57","author":[{"family":"Faber","sequence":"first","affiliation":[{"name":"Medizinische Universit\u00e4tsklinik Freiburg im Breisgau, Abteilung f\u00fcr Kardiologie und Angiologie"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"family":"Zehender","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Medizinische Universit\u00e4tsklinik Freiburg im Breisgau, Abteilung f\u00fcr Kardiologie und Angiologie"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]}],"member":"101","container-title":["Therapeutische Umschau"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/pdf\/10.1024\/0040-5930.57.5.324","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2022,5,8]],"date-time":"2022-05-08T10:48:37Z","timestamp":1652006917000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/10.1024\/0040-5930.57.5.324"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[2000,5,1]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"5","published-print":{"date-parts":[[2000,5,1]]}},"alternative-id":["10.1024\/0040-5930.57.5.324"],"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1024\/0040-5930.57.5.324","relation":{},"ISSN":["0040-5930","1664-2864"],"issn-type":[{"value":"0040-5930","type":"print"},{"value":"1664-2864","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[2000,5,1]]}}}