{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2026,5,13]],"date-time":"2026-05-13T17:34:39Z","timestamp":1778693679390,"version":"3.51.4"},"reference-count":0,"publisher":"Hogrefe Publishing Group","issue":"2","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Therapeutische Umschau"],"published-print":{"date-parts":[[2003,2,1]]},"abstract":"<jats:p> Die j\u00e4hrliche Inzidenz des Nierensteinleidens betr\u00e4gt 0,1\u20130,4%, die Pr\u00e4valenz \u00fcber die gesamte Lebensdauer 8\u201315%. Nierensteine sind im Alter und bei M\u00e4nnern geh\u00e4uft und rezidivieren innert zehn Jahren in gut 50% der F\u00e4lle. Rund 85% aller Konkremente enthalten Kalziumsalze (Kalziumoxalat oder Kalziumphosphat) als haupts\u00e4chliche kristalline Komponente. Wegen permanenter Urin\u00fcbers\u00e4ttigung scheiden bereits Nierengesunde pro Tag bis zu 10 Mio Kristalle aus. Nierensteinpatienten bilden aufgrund fehlender oder defekter Kristallisationshemmk\u00f6rper geh\u00e4uft gro\u00dfe Kristallaggregate oder weisen eine vermehrte Haftung von Urinkristallen an Tubuluszelloberfl\u00e4chen auf. Die medikament\u00f6se Therapie bei akuter Nierenkolik basiert immer auf der Gabe nicht-steroidaler Entz\u00fcndungshemmer (NSAR). St\u00e4rkste Kolikschmerzen m\u00fcssen meist zus\u00e4tzlich durch starke zentral wirkende Analgetika wie Pethidin behandelt werden. Die traditionelle \u00abSchwemmtherapie\u00bb mit 3\u20134 Litern Infusion pro 24 h ist heute obsolet, weil sie die Druckschmerzen verst\u00e4rkt und zu Fornix- und Nierenbeckenrupturen f\u00fchrt. Die Basisabkl\u00e4rung mit Suche nach Abnormit\u00e4ten von Nierenfunktion\/-ana-tomie sowie nach Zust\u00e4nden mit erh\u00f6hter Rezidivneigung ist immer angezeigt. Alle Konkremente sollen mittels R\u00f6ntgendiffraktion oder Infrarotspektrometrie analysiert werden. Die pr\u00e4zise Messung des N\u00fcchternurin-pHs dient der Erfassung tubul\u00e4rer Azidifikationsst\u00f6rungen oder des zu sauren Urins (Risiko der Harns\u00e4urekristallisation). In speziellen Risikosituationen und bei Rezidivsteinbildnern erfolgt eine erweiterte metabolische Abkl\u00e4rung mit Messung von Volumen und Kreatinin sowie Kalzium, Oxalat und Harns\u00e4ure (lithogene Faktoren) und Zitrat (wichtigster Kristallisationshemmer) im 24-h-Urin. Grunds\u00e4tzlich sind solche Abkl\u00e4rungen unter Spitalbedingungen sinnlos und nur unter freier Di\u00e4t drei Monate nach Steinereignis aussagekr\u00e4ftig. Eine Hyperkalziurie ist pathophysiologisch klar weniger wichtig als eine Hyperoxalurie. Die Ern\u00e4hrungstherapie besteht in erster Linie aus einer gen\u00fcgenden Kalziumzufuhr (1200 mg Kalzium), weil einseitige Kalziumeinschr\u00e4nkung die Steinrezidivrate erh\u00f6ht. \u00dcberm\u00e4\u00dfiger Konsum von Fleischprotein (Fleisch, Fisch, Gefl\u00fcgel) ist mit geh\u00e4ufter Steinbildung vergesellschaftet, w\u00e4hrend hohe Fl\u00fcssigkeitszufuhr (Harnvolumina &gt; 2000 ml pro Tag) die Steinrezidivrate senkt. Eine ausgewogene Mischkost mit gen\u00fcgend Fl\u00fcssigkeit und 1200 mg Kalzium\/Tag senkt die Steinrezidivrate um 50%. In der medikament\u00f6sen Therapie ist der steinvermindernde Effekt der Thiaziddiuretika bisher ungekl\u00e4rt und basiert auf einer einzigen placebo-kontrollierten prospektiven Studie an 42 Patienten, von welchen 36% vorzeitig ausschieden. Die Therapie mit Alkalizitrat wurde in drei Studien prospektiv und placebo-kontrolliert an 171 Patienten untersucht, wobei bis zu 48% wegen vorwiegend gastrointestinaler Nebenwirkungen vorzeitig ausschieden. <\/jats:p>","DOI":"10.1024\/0040-5930.60.2.79","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2006,1,31]],"date-time":"2006-01-31T12:22:42Z","timestamp":1138710162000},"page":"79-87","source":"Crossref","is-referenced-by-count":27,"title":["Pathophysiology, diagnosis and medical treatment of calcium kidney stones"],"prefix":"10.1024","volume":"60","author":[{"family":"Hess","sequence":"first","affiliation":[{"name":"Medizinische Klinik, Spital Zimmerberg, W\u00e4denswil"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]}],"member":"101","container-title":["Therapeutische Umschau"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/pdf\/10.1024\/0040-5930.60.2.79","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2022,5,8]],"date-time":"2022-05-08T10:42:36Z","timestamp":1652006556000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/10.1024\/0040-5930.60.2.79"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[2003,2,1]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"2","published-print":{"date-parts":[[2003,2,1]]}},"alternative-id":["10.1024\/0040-5930.60.2.79"],"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1024\/0040-5930.60.2.79","relation":{},"ISSN":["0040-5930","1664-2864"],"issn-type":[{"value":"0040-5930","type":"print"},{"value":"1664-2864","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[2003,2,1]]}}}