{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2026,8,29]],"date-time":"2026-08-29T21:10:40Z","timestamp":1788037840267,"version":"build-2784847793"},"reference-count":0,"publisher":"Hogrefe Publishing Group","issue":"2","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Therapeutische Umschau"],"published-print":{"date-parts":[[2003,2,1]]},"abstract":"<jats:p> Neben den Kalziumsteinen stellen Harns\u00e4ure- und Infektsteine mit H\u00e4ufigkeiten von etwa 10 resp. 8% die zweit- und dritth\u00e4ufigsten Nierensteinarten dar, w\u00e4hrend Steine aus Zystin oder 2,8-Dihydroxy-Adenin in 1\u20132% vorkommen. Als Infektstein bezeichnet man nicht einen infizierten \u00abmetabolischen\u00bb Stein (z.B. Kalziumoxalat), sondern die Steinbildung durch einen Infekt mit harnstoff-spaltenden Keimen (meist Proteus mirabilis). Die Harnstoffspaltung f\u00fchrt zu starker Alkalinisierung des Urins, was die Kristallisation der Infektsteinkomponenten Struvit und Karbonatapatit beg\u00fcnstigt. Infektsteine bilden den weitaus gr\u00f6\u00dften Teil der sogenannten \u00abAusgusskonkremente\u00bb, die im Extremfall das gesamte Nierenbeckenkelchsystem ausf\u00fcllen k\u00f6nnen. Die Symptome des Infektsteinleidens sind variabel und reichen von der akuten Flankenkolik bis hin zum asymptomatischen Verlauf. Die bildgebende Diagnostik bedient sich der herk\u00f6mmlichen radiologischen Methoden. Infektsteine k\u00f6nnen nur durch radikale Entfernung allen Steinmaterials saniert werden. H\u00e4ufigste Ursache der Harns\u00e4uresteinbildung ist ein zu saurer Urin (Urin-pH permanent unter 5.5), deutlich h\u00e4ufiger als eine vermehrte Harns\u00e4ureausscheidung. Der hohen Urinazidit\u00e4t k\u00f6nnen tubul\u00e4re St\u00f6rungen (wie z.B. im Rahmen einer Gicht), chronische Diarrhoen oder eine schwere Dehydratation zugrunde liegen. Therapeutisch steht denn auch nebst der Steigerung der Harnmenge auf \u00fcber 2000 ml\/Tag die Alkalinisierung des Urins auf pH 6.2 bis 6.8 im Vordergrund. Die Harns\u00e4ureausscheidung wird durch Reduktion purinhaltiger Nahrungsmittel und allenfalls \u2013 nur bei weiteren Steinrezidiven und\/ oder manifester Gicht \u2013 durch Allopurinol erzielt. Bei der seltenen Zystinurie kommt es durch eine genetisch bedingte tubul\u00e4re Zystinresorptionsst\u00f6rung zur Bildung von Zystinsteinen. Eine kausale Therapie ist bislang nicht m\u00f6glich, doch existieren verschiedene di\u00e4tetische und medikament\u00f6se Therapien zur Senkung der Steinbildungsrate. Am wichtigsten sind Harndilution und -alkalinisierung. Zystinkonkremente sprechen auf ESWL schlecht an und erfordern h\u00e4ufig invasive Eingriffe. 2,8-Dihydroxy-Adeninsteine sind das Resultat einer extrem seltenen Stoffwechselerkrankung, bei welcher es durch einen Enzymmangel zum Ausfall von Konkrementen kommt. Die Steine sind in der R\u00f6ntgendiagnostik nicht schattengebend und werden h\u00e4ufig mit Harns\u00e4uresteinen verwechselt. Durch di\u00e4tetische Purinrestriktion und Behandlung mit Allopurinol kann die Steinbildung reduziert werden. <\/jats:p>","DOI":"10.1024\/0040-5930.60.2.89","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2006,1,31]],"date-time":"2006-01-31T12:22:42Z","timestamp":1138710162000},"page":"89-97","source":"Crossref","is-referenced-by-count":11,"title":["Pathophysiology, diagnosis and medical treatment of non-calcium stones"],"prefix":"10.1024","volume":"60","author":[{"family":"Hochreiter","sequence":"first","affiliation":[{"name":"Urologische Universit\u00e4tsklinik, Inselspital, Bern"}],"role":[{"vocabulary":"crossref","role":"author"}]},{"family":"Knoll","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Urologische Klinik, Universit\u00e4tsklinikum Mannheim, Theodor-Kutzer-Ufer 1\u20133, Mannheim"}],"role":[{"vocabulary":"crossref","role":"author"}]},{"family":"Hess","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Medizinische Klinik, Spital Zimmerberg, W\u00e4denswil"}],"role":[{"vocabulary":"crossref","role":"author"}]}],"member":"101","container-title":["Therapeutische Umschau"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/pdf\/10.1024\/0040-5930.60.2.89","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2022,5,8]],"date-time":"2022-05-08T10:42:37Z","timestamp":1652006557000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/10.1024\/0040-5930.60.2.89"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[2003,2,1]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"2","published-print":{"date-parts":[[2003,2,1]]}},"alternative-id":["10.1024\/0040-5930.60.2.89"],"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1024\/0040-5930.60.2.89","relation":{},"ISSN":["0040-5930","1664-2864"],"issn-type":[{"value":"0040-5930","type":"print"},{"value":"1664-2864","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[2003,2,1]]}}}