{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2025,12,17]],"date-time":"2025-12-17T08:15:31Z","timestamp":1765959331446},"reference-count":0,"publisher":"Hogrefe Publishing Group","issue":"7","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Therapeutische Umschau"],"published-print":{"date-parts":[[2005,7,1]]},"abstract":"<jats:p> Das Schweizer Lebendspender-Gesundheitsregister oder SOL-DHR (Swiss Organ Living Donor Health Registry) nahm seine Funktion im April 1993 auf. Hauptaufgabe ist die Erfassung des Spender-Gesundheitszustandes beginnend mit dem Zeitpunkt kurz vor Spende, gefolgt von Kontrollen 1, 3, 5, 7, 10, 12, 14 Jahre etc. danach. Von April 1993 bis Januar 2005 wurden 737 Nierenlebendspender registriert. Zwei Drittel der SpenderInnen sind Frauen, zwei Drittel der Nierenempf\u00e4nger M\u00e4nner. Die drei h\u00e4ufigsten Spender-Empf\u00e4nger Beziehungen sind LebenspartnerInnen, Eltern und Geschwister (je rund 30%). 10% der Spender konnten nicht nachverfolgt werden, weil im fernen Ausland wohnend, und weitere 5%, weil die Adresse nach Verlegung des Wohnsitzes verloren ging. 9 Spender starben (4 infolge Malignomen, 2 durch Verkehrsunf\u00e4lle, ein Myokardinfarkt, eine Apoplexie und ein Suizid). Die H\u00e4ufigkeit von perioperativen Komplikationen ist altersabh\u00e4ngig. Sie variiert von 17% der Spender im Alter unter 40 Jahren bis zu 46% im Alter \u00fcber 70 Jahren. Die Langzeitkomplikationen k\u00f6nnen in chirurgische, medizinische und psychologische unterteilt werden. Die h\u00e4ufigsten chirurgischen Langzeitkomplikationen sind Schmerzprobleme (Narbenbereich, R\u00fccken, Abdomen) und Hernien, bzw. Bauchwandrelaxation. Die h\u00e4ufigsten medizinischen Langzeitkomplikationen sind Hypertonie (35% sieben Jahre nach Spende) und Albuminurie (9% sieben Jahre nach Spende). Die Hypertonie-H\u00e4ufigkeit ist bei Nieren-Lebendspendern nicht h\u00e4ufiger als in einer altersgleichen Schweizer Kontroll-Population, aber das Risiko, eine hypertensive Nephrosklerose in der verbliebenen Niere zu entwickeln, wird als h\u00f6her eingestuft als bei Personen mit zwei Nieren, sofern unbehandelt. Kein Nierenspender wurde selber terminal niereninsuffizient. Die Quantifikation der psychischen Langzeitprobleme ist schwierig, wenn man sie kausal von jenen abgrenzen will, die auch ohne Nierenspende aufgetreten w\u00e4ren. Zum Erfassen des psychischen Befindens nach Spende wurde mit SF-8 Test der mittlere MCS-Wert (mental component summary) ausgewertet (je h\u00f6her der Wert, umso besser das psychische Befinden). Der MCS betrug bei Nierenlebendspendern 54.3\u00b1 7.8 im Vergleich zu 52.9 \u00b1 7.7 in der gleichaltrigen Kontrollbev\u00f6lkerung. Bei 6.2% der Nierenspender war der MCS-Wert niedrig (&lt; 40), bei 2.2% der Spender sehr niedrig (&lt; 25) \u2013\u00a0ohne damit etwas \u00fcber die Kausalit\u00e4t sagen zu k\u00f6nnen. Eindeutig ist der Bezug zur Lebendspende bei jenen, die auf die Frage, ob sie erneut eine Niere spenden w\u00fcrden, mit Nein antworten. Es sind 4.3% (fast alles Frauen). Ihnen stehen 94.4% SpenderInnen gegen\u00fcber, welche die Frage mit Ja beantworten. Der Grund zum Nein-Sagen ist meistens das schlechte Resultat der Transplantation beim Empf\u00e4nger (insbesondere der Tod des Empf\u00e4ngers), langdauernde Schmerzprobleme oder Entt\u00e4uschung \u00fcber die \u00e4rztliche Betreuung und mangelhafte Information vor und nach der Spende. Der Schweizerische Organ-Lebendspender-Verein (SOLV-LN) ist eine Organisation, bei welcher nur Leber- oder Nierenspender Mitglieder werden k\u00f6nnen. SOLV-LN ist dabei, Selbsthilfegruppen aufzubauen f\u00fcr Mitglieder mit Problemen (Schmerzen, psychische Probleme, Schwierigkeiten mit Versicherungen, insbesondere Krankenkassen). Die Organisation und die finanzielle Unterst\u00fctzung von SOL-DHR werden kurz beschrieben. Die gro\u00dfe Mehrheit der Nieren-LebendspenderInnen ist zufrieden mit den kostenlosen Nachkontrollen durch das SOL-DHR. <\/jats:p>","DOI":"10.1024\/0040-5930.62.7.449","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2006,1,31]],"date-time":"2006-01-31T12:24:26Z","timestamp":1138710266000},"page":"449-457","source":"Crossref","is-referenced-by-count":18,"title":["Das Schweizer Lebendspender-Gesundheitsregister (SOL-DHR)"],"prefix":"10.1024","volume":"62","author":[{"family":"Thiel","sequence":"first","affiliation":[{"name":"Universit\u00e4t Basel"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"family":"Nolte","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Kantonsspital St. Gallen"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"family":"Tsinalis","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Kantonsspital St. Gallen"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]}],"member":"101","container-title":["Therapeutische Umschau"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/pdf\/10.1024\/0040-5930.62.7.449","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2022,5,8]],"date-time":"2022-05-08T10:39:03Z","timestamp":1652006343000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/10.1024\/0040-5930.62.7.449"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[2005,7,1]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"7","published-print":{"date-parts":[[2005,7,1]]}},"alternative-id":["10.1024\/0040-5930.62.7.449"],"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1024\/0040-5930.62.7.449","relation":{},"ISSN":["0040-5930","1664-2864"],"issn-type":[{"value":"0040-5930","type":"print"},{"value":"1664-2864","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[2005,7,1]]}}}