{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2026,3,14]],"date-time":"2026-03-14T14:33:59Z","timestamp":1773498839841,"version":"3.50.1"},"reference-count":0,"publisher":"Hogrefe Publishing Group","issue":"5","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Therapeutische Umschau"],"published-print":{"date-parts":[[2009,5,1]]},"abstract":"<jats:p> Ver\u00e4tzungen am Auge geschehen in aller Regel akzidentell und k\u00f6nnen zu schwersten Sch\u00e4digungen bis zum Visusverlust f\u00fchren. Jede Ver\u00e4tzung durch S\u00e4uren oder Laugen erfordert ein intensives, kontinuierliches Sp\u00fclen f\u00fcr mindestens 15\u201330 Minuten, in Ausnahmef\u00e4llen bis zu 2 Stunden. Als Sp\u00fcll\u00f6sung der ersten Wahl bietet sich aufgrund der raschen Verf\u00fcgbarkeit Trinkwasser an. K\u00f6rperwarme Ringer-Laktat-L\u00f6sung kann \u2013 sobald verf\u00fcgbar \u2013 weiter zur Sp\u00fclung verwendet werden. Ein Ophthalmologe sollte bei allen relevanten Expositionen am Auge kontaktiert werden. Spezifische Behandlungsm\u00f6glichkeiten der Dekontamination ergeben sich aus dem zugrundeliegenden Agens. Ver\u00e4tzungen der Haut kommen in aller Regel ebenfalls akzidentell vor und erfordern eine sofortige Dekontamination mit intensiver Sp\u00fclung. W\u00e4hrend die meisten S\u00e4uren- und Laugenver\u00e4tzungen symptomatisch behandelt werden, erfordert die Ver\u00e4tzung mit Flusss\u00e4ure h\u00e4ufig spezifischere topische, subkutane, intral\u00e4sionale, intraven\u00f6se oder intraarterielle Injektionen von Calciumgluconat zur Bindung der Fluoridionen. Diese Therapie wird in der Regel bis zur Schmerzfreiheit durchgef\u00fchrt. Ver\u00e4tzungen des Gastrointestinaltraktes kommen durch versehentliches Verschlucken oder in suizidaler Absicht vor. Laugenver\u00e4tzungen sind h\u00e4ufig gravierender als S\u00e4urever\u00e4tzungen. Eine Laryngoskopie sollte Ver\u00e4tzungen im Bereich des Hypopharynx und Larynx aufdecken und gegebenenfalls eine Atemwegssicherung nach sich ziehen. Eine fr\u00fchzeitige \u00d6sophagogastroduodenoskopie kann eine erste Einsch\u00e4tzung des Ausma\u00dfes sowie eine Prognoseabsch\u00e4tzung erm\u00f6glichen und sollte in den ersten 24 Stunden durchgef\u00fchrt werden. Das Risiko, dadurch eine Perforation zu provozieren, scheint gering. Der Einsatz von Kortikosteroiden und\/oder Antibiotika kann die Rate an Strikturen nicht reduzieren. Stenosen, Strikturen und maligne Entartungen sind gef\u00fcrchtete Langzeitkomplikationen, letztere k\u00f6nnen mit einer Latenz bis zu 60 Jahren auftreten. Eine Bougierung oder Stenttherapie sollte nicht vor 6 Wochen nach Erstereignis durchgef\u00fchrt werden. Bei massiven Ver\u00e4tzungen Grad 3b muss gegebenenfalls auch prophylaktisch eine chirurgische Therapie erfolgen, um eine Perforation zu verhindern. Perforationen mit Entwicklung einer Mediastinitis, Peritonitis, Sepsis und Multiorganversagen sind mit einer extrem hohen Letalit\u00e4t behaftet und m\u00fcssen daher vermieden werden. <\/jats:p>","DOI":"10.1024\/0040-5930.66.5.379","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2009,4,28]],"date-time":"2009-04-28T02:30:51Z","timestamp":1240885851000},"page":"379-386","source":"Crossref","is-referenced-by-count":6,"title":["Expositionen mit \u00c4tzstoffen"],"prefix":"10.1024","volume":"66","author":[{"given":"Florian","family":"Eyer","sequence":"first","affiliation":[{"name":"Toxikologische Abteilung der II. Medizinischen Klinik, Klinikum rechts der Isar \u2013 Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"given":"Thomas","family":"Zilker","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Toxikologische Abteilung der II. Medizinischen Klinik, Klinikum rechts der Isar \u2013 Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]}],"member":"101","container-title":["Therapeutische Umschau"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/pdf\/10.1024\/0040-5930.66.5.379","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2022,5,8]],"date-time":"2022-05-08T10:35:37Z","timestamp":1652006137000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/10.1024\/0040-5930.66.5.379"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[2009,5,1]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"5","published-print":{"date-parts":[[2009,5,1]]}},"alternative-id":["10.1024\/0040-5930.66.5.379"],"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1024\/0040-5930.66.5.379","relation":{},"ISSN":["0040-5930","1664-2864"],"issn-type":[{"value":"0040-5930","type":"print"},{"value":"1664-2864","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[2009,5,1]]}}}