{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2023,9,13]],"date-time":"2023-09-13T17:17:19Z","timestamp":1694625439784},"reference-count":0,"publisher":"Hogrefe Publishing Group","issue":"19","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Praxis"],"published-print":{"date-parts":[[2004,5,1]]},"abstract":"<jats:p> Vorhofflimmern ist die h\u00e4ufigste anhaltende Rhythmusst\u00f6rung, wobei die Pr\u00e4valenz mit dem Alter exponentiell zunimmt. Die physiologische Grundlage des Vorhofflimmerns basiert auf Triggern, die multiple kreisende Erregungen, sog. Micro-Reentry-Circuits initiieren. Diese erfordern zur Aufrechterhaltung eine \u00abkritische\u00bb Masse an Vorhofsmyokardgewebe. Pr\u00e4disponierende Faktoren f\u00fcr Vorhofflimmern sind zahlreich und f\u00fchren oft zu einer Dilatation oder Hypertrophie des Vorhofmyokards. Idiopathisches Vorhofflimmern, das sog. \u00abLone Atrial Fibrillation\u00bb, tritt hingegen ohne strukturelle Herzerkrankung auf. Das therapeutische Management erfordert die Entscheidung zwischen einer medikament\u00f6sen oder elektrischen Kardioversion ggf. mit Rezidivprophylaxe und einer Kontrolle der Ventrikelfrequenz bei permanenten Vorhofflimmern. Eine medikament\u00f6se Konversion oder Rezidivprophylaxe kann mit Medikamenten der Vaughan Williams Klasse IA, IC oder Klasse III durchgef\u00fchrt werden. Die Auswahl des Antiarrhythmikums ist auf die jeweilige Grunderkrankung des Patienten abzustimmen. Bei Vorhofflimmern mit l\u00e4nger anhaltender tachykarder \u00dcberleitung besteht das Risiko ei-ner Tachykardiomyopathie. Eine Kardioversion kann innerhalb von 48 Stunden nach Beginn des Vorhofflimmerns ohne vorherige und \u2013 wenn ein vernachl\u00e4ssigbares Rezidivrisiko besteht \u2013 ohne anschliessende Antikoagulation durchgef\u00fchrt werden. Bei einem Vorhofflimmern \u00fcber 48 Stunden Dauer muss drei Wochen vor der Kardioversion antikoaguliert oder Vorhofthromben m\u00fcssen mittels trans\u00f6sophagealer Echokardiographie ausgeschlossen werden. Eine Antikoagulation ist auch nach der Konversion f\u00fcr mindestens vier Wochen erforderlich. Sowohl paroxysmales, als auch persistierendes und permanentes Vorhofflimmern m\u00fcssen antikoaguliert werden. Idiopathisches Vorhofflimmern bei Patienten unter 60 Jahren bildet eine Ausnahme und bedarf keiner Antikoagulation. Bei therapierefrakt\u00e4rem tachykarden Vorhofflimmern kann eine AV-Knoten-Ablation mit Schrittmacherimplantation als ultima ratio durchgef\u00fchrt werden. Fr\u00fche invasive Versuche, das Vorhofflimmern definitiv zu heilen, strebten eine elektrische Unterteilung des Vorhofmyokards an, um die \u00abkritische Masse\u00bb zu verkleinern. Dies wurde zun\u00e4chst chirurgisch als \u00abMaze-Operation\u00bb durchgef\u00fchrt, die sp\u00e4ter in Form der \u00ablinearen Katheterablation\u00bb weiterentwickelt wurde. Die Katheterablation mit Isolation der Trigger des Vorhofflimmerns, die in der Regel ihren Ursprung in den Pulmonalvenen haben sowie die \u00abSubstratmodifikation\u00bb, ist ein neues Therapieverfahren und wird zunehmend an spezialisierten elektrophysiologischen Zentren durchgef\u00fchrt. <\/jats:p>","DOI":"10.1024\/0369-8394.93.19.803","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2006,1,31]],"date-time":"2006-01-31T12:11:04Z","timestamp":1138709464000},"page":"803-815","source":"Crossref","is-referenced-by-count":0,"title":["Vorhofflimmern: Eine \u00dcbersicht"],"prefix":"10.1024","volume":"93","author":[{"family":"Brunckhorst","sequence":"first","affiliation":[{"name":"Abteilung Kardiologie, Departement Innere Medizin, Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"family":"Holzmeister","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Abteilung Kardiologie, Departement Innere Medizin, Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"family":"Scharf","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Abteilung Kardiologie, Departement Innere Medizin, Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"family":"Binggeli","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Abteilung Kardiologie, Departement Innere Medizin, Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"family":"Hellermann","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Abteilung Kardiologie, Departement Innere Medizin, Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"family":"Duru","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Abteilung Kardiologie, Departement Innere Medizin, Universit\u00e4tsspital Z\u00fcrich"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]}],"member":"101","container-title":["Praxis"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/pdf\/10.1024\/0369-8394.93.19.803","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2022,5,8]],"date-time":"2022-05-08T11:30:22Z","timestamp":1652009422000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"https:\/\/econtent.hogrefe.com\/doi\/10.1024\/0369-8394.93.19.803"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[2004,5,1]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"19","published-print":{"date-parts":[[2004,5,1]]}},"alternative-id":["10.1024\/0369-8394.93.19.803"],"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1024\/0369-8394.93.19.803","relation":{},"ISSN":["1661-8157","1661-8165"],"issn-type":[{"value":"1661-8157","type":"print"},{"value":"1661-8165","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[2004,5,1]]}}}