{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2026,9,16]],"date-time":"2026-09-16T04:18:12Z","timestamp":1789532292992,"version":"build-2803163510"},"reference-count":0,"publisher":"Georg Thieme Verlag KG","issue":"12","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Pneumologie"],"published-print":{"date-parts":[[2019,12]]},"abstract":"<jats:title>Zusammenfassung<\/jats:title>\n                  <jats:p>Beatmungstherapie stellt einen zentralen und wesentlichen Bestandteil der modernen Intensivmedizin dar. Sie kommt bei Patienten mit schwerer respiratorischer Insuffizienz infolge Versagens der muskul\u00e4ren Atempumpe oder bei direkter oder indirekter Sch\u00e4digung des Lungenparenchyms mit nachfolgendem Oxygenierungsversagen zum Einsatz, wenn mit anderen nicht-medikament\u00f6sen Ma\u00dfnahmen, Sauerstoffgabe, Sekretmobilisation, kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck \u2013 Continuous Positive Airway Pressure (CPAP) oder Nasal-High-Flow-Therapie, keine ausreichende Stabilisierung erreicht werden kann.<\/jats:p>\n                  <jats:p>Die maschinelle Beatmung dient der direkten Behandlung der Atmungsinsuffizienz und schafft Zeit f\u00fcr die Behandlung der zugrundeliegenden Ursache. Der \u00fcberwiegende Anteil beatmeter Patienten kann nach kurzzeitiger Beatmungstherapie und kausaler Behandlung unproblematisch von der Beatmung entw\u00f6hnt werden. Allerdings muss die Beatmung bei ca. 20\u200a% der Patienten auch noch dann fortgesetzt werden, wenn die urspr\u00fcngliche Indikation (z.\u200aB. eine schwere Pneumonie) l\u00e4ngst behoben ist, sodass sich die Phase des Weanings (Entw\u00f6hnung von der maschinellen Beatmung) deutlich verl\u00e4ngert. Ungef\u00e4hr 40\u200a\u2013\u200a50\u200a% der gesamten Beatmungszeit eines Intensivpatienten entfallen aufgrund einer prolongierten Atmungsinsuffizienz auf den Prozess, den Patienten von der Beatmung zu trennen. Neben der respiratorischen Funktionsst\u00f6rung tragen h\u00e4ufig hohes Alter und Komorbidit\u00e4ten der Patienten zum prolongierten Weaning-Prozess bei.<\/jats:p>\n                  <jats:p>Nach internationalem Konsens liegt ein prolongiertes Weaning dann vor, wenn es erst nach 3 erfolglosen Spontanatmungsversuchen (spontaneous breathing trial\u200a=\u200aSBT) oder nach \u00fcber 7 Tagen Beatmung nach dem ersten erfolglosen SBT gelingt, den Patienten von der Beatmung zu trennen.<\/jats:p>\n                  <jats:p>Das Patientenkollektiv mit prolongiertem Weaning stellt das behandelnde Team vor eine besondere Herausforderung. Ganz wesentlich f\u00fcr den Therapieerfolg ist die eng verzahnte interdisziplin\u00e4re Behandlung der Patienten im prolongierten Weaning. Nicht selten sind es der fehlende multidisziplin\u00e4re Ansatz und die unzureichende Beachtung der multifaktoriellen Ursachen, die ein erfolgreiches Weaning verhindern. Dieses erfolgreich durchzuf\u00fchren, setzt eine hohe Expertise in der modernen Intensivmedizin, der Anwendung invasiver und nichtinvasiver Beatmungsverfahren, ein klares Weaning-Konzept, und eine enge, fach\u00fcbergreifende interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit voraus.<\/jats:p>\n                  <jats:p>Im komplexen prolongierten Weaning-Prozess gelingt es in spezialisierten Weaning-Zentren\/-Einheiten nach Verlegung der invasiv beatmeten Patienten in ca. 50\u200a% der F\u00e4lle doch noch, ein Weaning-Versagen abzuwenden. Bei einem Teil der Patienten schlagen auch wiederholte Weaning-Versuche fehl, sodass gegebenenfalls eine dauerhafte invasive Beatmung in au\u00dferklinischer Umgebung erforderlich ist.<\/jats:p>\n                  <jats:p>Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung des prolongierten Weanings, insbesondere der medizinischen, psychosozialen und \u00f6konomischen Folgen des Weaning-Versagens, wurde erstmals 2014 diese Leitlinie auf Initiative der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Pneumologie und Beatmungsmedizin e.\u200aV. (DGP) gemeinsam mit anderen wissenschaftlichen Fachgesellschaften, die sich zum Thema prolongiertes Weaning engagieren, publiziert. Aktuelle Forschungs- und Studienergebnisse, Registerdaten und die Erfahrungen in der t\u00e4glichen Praxis machten die Revision dieser Leitlinie erforderlich.<\/jats:p>\n                  <jats:p>In der revidierten Leitlinie werden Definitionen, Epidemiologie und Weaning-Kategorien, die zugrundeliegende Pathophysiologie, Strategien zur Pr\u00e4venion von prolongiertem Weaning, das gesamte Spektrum der verf\u00fcgbaren Therapiestrategien, die Weaning-Einheit, die \u00dcberleitung in eine au\u00dferklinische Beatmung und schlie\u00dflich Empfehlungen zu Therapieentscheidungen am Ende des Lebens bei prolongiertem bzw. erfolglosem Weaning abgehandelt.<\/jats:p>\n                  <jats:p>Besondere Schwerpunkte in der Revision der Leitlinie sind folgende Themenfelder:<\/jats:p>\n                  <jats:p>\u2013 Eine neue Klassifikation der Untergruppen der Patienten im prolongieren Weaning<\/jats:p>\n                  <jats:p>\u2013 Wichtige Aspekte der pneumologischen Rehabilitation und Neurorehabilitation im prolongieren Weaning<\/jats:p>\n                  <jats:p>\u2013 Infrastruktur und Prozessorganisation in der Versorgung von Patienten im prolongierten Weaning im Sinne eines kontinuierlichen Behandlungskonzeptes<\/jats:p>\n                  <jats:p>\u2013 Therapieziel\u00e4nderung und Kommunikation mit Angeh\u00f6rigen<\/jats:p>\n                  <jats:p>Die Besonderheiten bei p\u00e4diatrischen Patienten werden innerhalb der einzelnen Kapitel jeweils gesondert behandelt.<\/jats:p>\n                  <jats:p>Wichtige Adressaten dieser Leitlinie sind Intensivmediziner, Pneumologen, An\u00e4sthesisten, Internisten, Kardiologen, Chirurgen, Neurologen, P\u00e4diater, Geriater, Palliativmediziner, Rehabilitationsmediziner, Pflegekr\u00e4fte, Logop\u00e4den, Physiotherapeuten, Atmungstherapeuten, der medizinische Dienst der Krankenkassen und die Hersteller von Beatmungstechnik.<\/jats:p>\n                  <jats:p>Die wesentlichen Ziele der revidierten Leitlinie sind es, den aktuellen Wissensstand zum Thema \u201eProlongiertes Weaning\u201c wissenschaftlich zu bewerten und auf Basis der Evidenz und der Erfahrung von Experten Empfehlungen hinsichtlich des prolongierten Weanings nicht nur f\u00fcr den Bereich der Akutmedizin, sondern auch f\u00fcr den Bereich \u201eChronic critical care\u201c zu geben.<\/jats:p>","DOI":"10.1055\/a-1010-8764","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2019,12,9]],"date-time":"2019-12-09T18:54:21Z","timestamp":1575917661000},"page":"723-814","source":"Crossref","is-referenced-by-count":61,"title":["Prolongiertes Weaning"],"prefix":"10.1055","volume":"73","author":[{"given":"B.","family":"Sch\u00f6nhofer","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Klinikum Region Hannover"}],"role":[{"vocabulary":"crossref","role":"author"}]},{"given":"J.","family":"Geiseler","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Klinikum Vest, Medizinische Klinik IV: Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin, 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