{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2024,9,16]],"date-time":"2024-09-16T10:39:12Z","timestamp":1726483152109},"reference-count":0,"publisher":"Georg Thieme Verlag KG","issue":"06","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Fortschr Neurol Psychiatr"],"published-print":{"date-parts":[[2018,6]]},"abstract":"<jats:title>Zusammenfassung<\/jats:title><jats:p>\n          Hintergrund Bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Alkoholabh\u00e4ngigkeit spielt Stress als Risikofaktor eine wichtige Rolle. Die Ber\u00fccksichtigung von Stressreaktions- und Stressverarbeitungsmechanismen bei Alkoholabh\u00e4ngigen ist f\u00fcr die Aufrechterhaltung von Abstinenz im Alltag von Relevanz. Ebenso wichtig ist die Ber\u00fccksichtigung von Krankheitsschwere, die ihrerseits Einfluss auf die Abstinenz insbesondere auf das Verlangen nach Alkohol aus\u00fcbt. In zahlreichen Studien wurde die Abstinenzdauer, nicht aber die Krankheitsschwere ausreichend ber\u00fccksichtigt.<\/jats:p><jats:p>\n          Ziel Untersucht wird, ob neben der Abstinenzdauer auch die Schwere der Alkoholabh\u00e4ngigkeit einen Einfluss auf die Stressreagibilit\u00e4t und Stressverarbeitung hat. Zudem soll gepr\u00fcft werden bei welchen Patienten sich der Einfluss zeigt. Die Ergebnisse k\u00f6nnten mehr Klarheit in der komplexen bidirektionalen Beziehung zwischen Alkoholabh\u00e4ngigkeit und Stress bringen, aber auch f\u00fcr die Behandlung von Betroffenen n\u00fctzlich sein.<\/jats:p><jats:p>\n          Methoden Im Querschnittsdesign wurden 64 Alkoholabh\u00e4ngige und 30 gesunde Probanden untersucht. Die Patientenstichprobe wurde nach Abstinenzdauer von 7 und 70 Tagen in jeweils zwei Gruppen aufgeteilt. Ebenso nach Krankheitsschwere in leicht-mittelschwer und schwer. Mit Trierer Sozial Stresstest (TSST) wurden alle Probanden akutem Stress ausgesetzt. Erhoben wurden Parameter wie Cortisol im Speichel, elektrodermale Aktivit\u00e4t (EDA), Puls, suchtspezifische Variablen (Schwere der Abh\u00e4ngigkeit, Trinkdauer, Trinkmenge, Suchtdruck, Leberenzyme, famili\u00e4re Vorgeschichte, Anzahl Therapien, Rauchen, uvm.), psychopathologische Variablen (Angst, Depression, kritische Lebensereignisse, Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rungen), akute und chronische Stressverarbeitung, sowie Alltagsbelastungen.<\/jats:p><jats:p>\n          Ergebnisse Schwerkranke Patienten reagieren schw\u00e4cher und etwas verz\u00f6gert auf Stress, zeigen daf\u00fcr aber eine verl\u00e4ngerte Stressreaktion im Vergleich zu leicht-mittelschwerkranken und Gesunden. Dies ist unabh\u00e4ngig von der Abstinenzdauer (7 oder 70 Tage). Schwerkranke zeigten st\u00e4rkere Flucht- und Vermeidungsreaktionen, starkes Bed\u00fcrfnis nach sozialer Unterst\u00fctzung und die intensive gedankliche Weitebesch\u00e4ftigung als akute Stressbew\u00e4ltigungsstile. Als Zeichen chronischer Stressbelastung wurden erh\u00f6hte Werte in Bereichen Mangel an sozialer Anerkennung, soziale Spannungen und Isolation festgestellt. Au\u00dferdem zeigten Schwerkranke st\u00e4rkere famili\u00e4re Vorbelastung, st\u00e4rkeren Suchtdruck, h\u00f6here \u00c4ngstlichkeit, l\u00e4ngere Trinkdauer und mehr einschneidende Lebensereignisse als Leicht-mittelschwerkranke.<\/jats:p><jats:p>\n          Schlussfolgerungen F\u00fcr eine differenzierte Beurteilung von Stressreagibilit\u00e4t und Stressverarbeitung bei Alkoholabh\u00e4ngigkeit scheint neben Abstinenzdauer auch die Krankheitsschwere eine wichtige Rolle zu spielen. Weitere Anstrengungen sind n\u00f6tig, um die Ergebnisse in die Behandlungsprogramme zu implementieren.<\/jats:p>","DOI":"10.1055\/s-0043-119798","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2018,6,28]],"date-time":"2018-06-28T18:58:02Z","timestamp":1530212282000},"page":"356-367","source":"Crossref","is-referenced-by-count":2,"title":["Stressreagibilit\u00e4t bei Alkoholabh\u00e4ngigen unter Ber\u00fccksichtigung von Abstinenzdauer und Krankheitsschwere"],"prefix":"10.1055","volume":"86","author":[{"given":"Ilija","family":"Tolic","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Blaukreuz-Zentrum, M\u00fcnchen"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"given":"Michael","family":"Soyka","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Medical Park Chiemseeblick, Bernau-Felden"},{"name":"Psychiatrische Klinik Universit\u00e4t M\u00fcnchen"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]}],"member":"194","published-online":{"date-parts":[[2018,6,28]]},"container-title":["Fortschritte der Neurologie \u00b7 Psychiatrie"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"http:\/\/www.thieme-connect.de\/products\/ejournals\/pdf\/10.1055\/s-0043-119798.pdf","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2018,7,30]],"date-time":"2018-07-30T05:08:41Z","timestamp":1532927321000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"http:\/\/www.thieme-connect.de\/DOI\/DOI?10.1055\/s-0043-119798"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[2018,6]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"06","published-online":{"date-parts":[[2018,6,28]]},"published-print":{"date-parts":[[2018,6]]}},"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1055\/s-0043-119798","relation":{},"ISSN":["0720-4299","1439-3522"],"issn-type":[{"value":"0720-4299","type":"print"},{"value":"1439-3522","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[2018,6]]}}}