{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2022,7,19]],"date-time":"2022-07-19T05:51:16Z","timestamp":1658209876762},"reference-count":0,"publisher":"Georg Thieme Verlag KG","issue":"02","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["Fortschr Neurol Psychiatr"],"published-print":{"date-parts":[[2019,2]]},"abstract":"<jats:title>Zusammenfassung<\/jats:title><jats:p>\n          Theoretischer Hintergrund Die voraussichtlich 2018 erscheinende elfte Version des ICD f\u00fchrt nach der online einsehbaren Betaversion zu ver\u00e4nderten Kriterien hinsichtlich der posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung (PTBS). Solche Ver\u00e4nderungen wirken sich voraussichtlich auf bisher bekannte Merkmale der PTBS aus, darunter auch die Pr\u00e4valenzrate. Die vorliegende Studie \u00fcberpr\u00fcfte die H\u00e4ufigkeit der ICD-11 PTBS bei inhaftierten M\u00e4nnern, wozu bislang kein Wissen vorliegt. Dabei handelt es sich um eine Hochrisikogruppe f\u00fcr Traumafolgest\u00f6rungen, denn gegen\u00fcber der Allgemeinbev\u00f6lkerung sind diese besonders h\u00e4ufig von traumatischen Ereignissen betroffen.<\/jats:p><jats:p>\n          Methode Bei n = 49 in der Schweiz inhaftierten M\u00e4nnern erfolgte querschnittlich und anhand von standardisierten Selbstbeurteilungsverfahren (ACE, Cidi-Liste, IES-R) die Erfassung von traumatischen Ereignissen und m\u00f6glicher Traumafolgesymptomatik. Auf Basis der diagnostischen Heuristik von Hyland et al. (2017), anhand welcher die ICD-11 PTBS mittels der IES-R eingesch\u00e4tzt wird, erfolgte die Berechnung der H\u00e4ufigkeit eben dieser.<\/jats:p><jats:p>\n          Ergebnisse Insgesamt waren 88\u2006% der untersuchten inhaftierten M\u00e4nner in der Kindheit und\/oder \u00fcber die Lebensspanne traumatisiert worden. 78\u2006% berichteten mindestens ein Ereignis auf der ACE, durchschnittlich 1.5, 25\u2006% schilderten vier oder mehr Ereignisse. Mit 51\u2006% wurde emotionaler Missbrauch am h\u00e4ufigsten berichtet. Weiter gaben 71\u2006% mindestens ein Ereignis auf der Cidi-Liste an, durchschnittlich 1.8, am h\u00e4ufigsten mit 45\u2006% ernsthafte k\u00f6rperliche Bedrohung. Die Analyse zur ICD-11 PTBS wurde nach Ausschluss derjenigen ohne traumatischem Ereignis und derjenigen, die das IES-R nicht ausgef\u00fcllt hatten, mit n = 34 Inhaftierten durchgef\u00fchrt und die PTBS wurde bei 26.5\u2006% eingesch\u00e4tzt.<\/jats:p><jats:p>\n          Schlussfolgerung Die Studie zeigt, dass inhaftierte M\u00e4nner wahrscheinlich auch nach dem neuen ICD eine Hochrisikogruppe f\u00fcr die Entwicklung einer PTBS sind. In Anbetracht der ausgepr\u00e4gten H\u00e4ufigkeit an traumatischen Ereignissen und den zahlreichen damit einhergehenden negativen Konsequenzen sowohl f\u00fcr die psychische als auch f\u00fcr die k\u00f6rperliche Gesundheit sind spezifische psychotherapeutische Programme und ein Trauma informierter Strafvollzug notwendig.<\/jats:p>","DOI":"10.1055\/s-0044-101545","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2018,8,13]],"date-time":"2018-08-13T22:52:25Z","timestamp":1534200745000},"page":"112-120","source":"Crossref","is-referenced-by-count":1,"title":["Die posttraumatische Belastungsst\u00f6rung (PTBS) nach dem ICD-11 Kriterienvorschlag bei inhaftierten M\u00e4nnern"],"prefix":"10.1055","volume":"87","author":[{"given":"Sandy","family":"Krammer","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Forensisch-Psychiatrischer Dienst, Institut f\u00fcr Rechtsmedizin, Universit\u00e4t Bern, Schweiz"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"given":"Andreas","family":"Maercker","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Psychologisches Institut, Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Schweiz"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"given":"Martin","family":"grosse Holtforth","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Kompetenzzentrum f\u00fcr Psychosomatik, Inselspital Bern, Schweiz"},{"name":"Psychologisches Institut, Universit\u00e4t Bern, Schweiz"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"given":"Alex","family":"Gamma","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Forensisch-Psychiatrischer Dienst, Institut f\u00fcr Rechtsmedizin, Universit\u00e4t Bern, Schweiz"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]},{"given":"Michael","family":"Liebrenz","sequence":"additional","affiliation":[{"name":"Forensisch-Psychiatrischer Dienst, Institut f\u00fcr Rechtsmedizin, Universit\u00e4t Bern, Schweiz"}],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]}],"member":"194","published-online":{"date-parts":[[2018,8,13]]},"container-title":["Fortschritte der Neurologie \u00b7 Psychiatrie"],"original-title":[],"language":"de","link":[{"URL":"http:\/\/www.thieme-connect.de\/products\/ejournals\/pdf\/10.1055\/s-0044-101545.pdf","content-type":"unspecified","content-version":"vor","intended-application":"similarity-checking"}],"deposited":{"date-parts":[[2019,2,25]],"date-time":"2019-02-25T23:38:19Z","timestamp":1551137899000},"score":1,"resource":{"primary":{"URL":"http:\/\/www.thieme-connect.de\/DOI\/DOI?10.1055\/s-0044-101545"}},"subtitle":[],"short-title":[],"issued":{"date-parts":[[2018,8,13]]},"references-count":0,"journal-issue":{"issue":"02","published-online":{"date-parts":[[2019,2,25]]},"published-print":{"date-parts":[[2019,2]]}},"URL":"https:\/\/doi.org\/10.1055\/s-0044-101545","relation":{},"ISSN":["0720-4299","1439-3522"],"issn-type":[{"value":"0720-4299","type":"print"},{"value":"1439-3522","type":"electronic"}],"subject":[],"published":{"date-parts":[[2018,8,13]]}}}