{"status":"ok","message-type":"work","message-version":"1.0.0","message":{"indexed":{"date-parts":[[2025,12,12]],"date-time":"2025-12-12T14:13:33Z","timestamp":1765548813968,"version":"3.48.0"},"reference-count":25,"publisher":"Psychosozial-Verlag GmbH and Co. KG","issue":"2","content-domain":{"domain":[],"crossmark-restriction":false},"short-container-title":["PiWi"],"published-print":{"date-parts":[[2025,12]]},"abstract":"<jats:p>Der Faschismus zeichnet sich durch ein spezifisches Verh\u00e4ltnis zur Gewalt aus. W\u00e4hrend die Moderne ein Leben in Gewaltarmut verspricht und daher Gewalt stets legitimiert werden muss, setzten die Faschisten ihr Vertrauen in Gewalt. Gewalt ist in der faschistischen Ideologie nichts, das erst gerechtfertigt werden m\u00fcsste. Im Gegenteil stellt sich der Gewaltverzicht aus Perspektive der Faschisten als etwas Pervers-Widernat\u00fcrliches dar, w\u00e4hrend der Gewalt die F\u00e4higkeit zugesprochen wird, zur spirituellen Wiedergeburt von Nation und Rasse beizutragen und diejenigen zu neuen Menschen zu transformieren, die sie aus\u00fcben. In seinem Verh\u00e4ltnis zur Gewalt unterscheidet sich der Faschismus von Liberalismus und Sozialismus, den politischen Ideen des 19. Jahrhunderts, welche in der Tradition der Aufkl\u00e4rung stehen und f\u00fcr die die Anwendung von Gewalt letztlich nur gerechtfertigt ist, wenn sie ein Mehr an Gewalt verhindert. Es ist daher kein Zufall, dass der Faschismus die politische B\u00fchne erst im 20. Jahrhundert betritt, denn seine Gewaltaffinit\u00e4t l\u00e4sst sich als Reaktion auf die traumatische Gewalterfahrung des Ersten Weltkrieges und die Zukunftsarmut im organisierten Kapitalismus deuten. Entgegen der faschistischen Ideologie, die eine heroische M\u00e4nnlichkeit beschw\u00f6rt, ist die real ausge\u00fcbte Gewalt konformistisch und banal. Dies l\u00e4sst sich an den von Neonazis vollzogenen Morden seit der Wiedervereinigung zeigen. Der Text schlie\u00dft mit einer Selbstreflexion, welche zeigt, dass die Morbidit\u00e4t des Faschismus auch vor denen keinen Halt macht, die sich kritisch mit diesem auseinandersetzen.<\/jats:p>","DOI":"10.30820\/0941-5378-2025-2-43","type":"journal-article","created":{"date-parts":[[2025,12,12]],"date-time":"2025-12-12T13:58:32Z","timestamp":1765547912000},"page":"43-65","source":"Crossref","is-referenced-by-count":0,"title":["Bruch mit dem Versprechen der Moderne"],"prefix":"10.30820","volume":"37","author":[{"given":"Paul","family":"Bischoff","sequence":"first","affiliation":[],"role":[{"role":"author","vocabulary":"crossref"}]}],"member":"12270","published-online":{"date-parts":[[2025,12]]},"reference":[{"key":"refb1","unstructured":"Bobbio, N. (2021). Rechts und Links: Gr\u00fcnde und Bedeutungen einer politischen Unterscheidung (3. Auflage). Verlag Klaus Wagenbach."},{"key":"refb2","unstructured":"Borstel, D. & Heitmeyer, W. (2012). 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